Schiedsrichter telefonisch bedroht

Emotionen gehören zum Fußball dazu. Darin sind sich wohl alle Sportler einig. Wo die Grenzen in einem Spiel gezogen werden, legen die Schiedsrichter in ihrer gewählten Linie fest. Je nach Typ lassen sie mehr zu oder weniger. Spätestens nach dem Spiel sollten die Emotionen jedoch wieder abkühlen.

In der letzten Woche wurde bei einem Schiedsrichter die Grenze jedoch deutlich überschritten: Er erhielt, mehrere Tage nach seinem letzten geleiteten Spiel, einen anonymen Anruf. Seine Telefonnummer steht nicht im Telefonbuch und wurde offenbar vom Anrufer extra recherchiert. Mit verstellter Stimme beschimpfte ihn eine unbekannte männliche Person mit den Worten: „Du bist der schlechteste Schiedsrichter in ganz Stormarn! Wenn ich dich das nächste Mal sehe, breche ich dir die Beine.“ Anschließend legte der Anrufer auf.

Der Schiedsrichterausschuss verurteilt das Verhalten der unbekannten Person. Es ist völlig in Ordnung, wenn man nach einem emotionalen Spiel mal sauer auf den Schiedsrichter ist. Man kann den Schiedsrichter auch für den schlechtesten des Kreises, der Landes oder der Welt halten. Wenn ein Schiedsrichter jedoch Tage oder Wochen nach seiner Spielleitung in seinem Privatleben anonym angerufen und bedroht wird, ist der Spaß vorbei.

„Der Anrufer ist feige und hat kein Rückgrat“, stellt der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses Björn Gustke fest. „Keinem Ehrenamtlichen sollten auf Grund von sportlich getroffenen Entscheidungen körperliche Übergriffe angedroht werden. Das gehört sich anderswo schließlich auch nicht.“ Gustke ergänzt, dass der Schiedsrichterausschuss Stormarn nicht zögert, bei Straftaten auch die Polizei einzuschalten: „Die Polizei hat diverse Möglichkeiten, einen anonymen Anrufer noch Tage nach seinem Anruf zu identifizieren. Das sollte jedem bewusst sein, bevor er sich so dämlich verhält.“