Kabine oder Fischteich?

Der Herbst fängt an. Schon seit drei Monaten werden die Tage wieder kürzer, die Nächte länger und bei immer mehr Abendspielen geht das Flutlicht schon zu Beginn des Spieles an – und in den Umkleidekabinen das Deckenlicht. Einer unserer Schiedsrichter hatte in den letzten Tagen ein solches Abendspiel zu leiten. So stand er mit seinem Team in der Schiedsrichterkabine und stellte schnell fest, dass der Lichtschalter nicht richtig funktionierte. Um sich einigermaßen vernünftig auf das Spiel vorbereiten zu können, musste dauerhaft jemand beim Lichtschalter stehen und diesen betätigen.

Das ansich wäre ja noch zu verkraften gewesen, wenn das anreisende Team nicht zusätzlich noch hätte feststellen müssen, dass die gesamte Schiedsrichterkabine unter Wasser steht. Einen Mülleimer gab es schließlich auch nicht. Der auf den Umstand angesprochene Trainer der Heimmannschaft hatte für die Schiedsrichter scheinbar nur Spott übrig. Er empfahl ihnen, im Bereich des Lichtschalters „zu tanzen“, um diesen immer wieder zu betätigen. Seine Einstellung gegenüber Schiedsrichtern erscheint klar.

Auch Schiedsrichter brauchen für eine ordentliche Spielvorbereitung eine ordentliche Kabine. Dabei sind sie vieles gewohnt. Sie ertragen es, sich die Kabine mit der Waschmaschine im Abstellraum zu teilen, ihnen genügt auch im Notfall ein kleinster Raum mit einem Stuhl. Aber menschenwürdig sollte es dann doch noch bleiben. Schiedsrichter sind keine Fische…!